Allgemeine Informationen

Intelligentes technisches Design macht unser Alltagsleben leichter und bequemer. Besonders darauf angewiesen sind kranke oder alte Menschen. Assistive Technologien sorgen für die gewünschte Mobilität und helfen mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben. Sie warnen und schützen vor Gefahren, begleiten medizinische Versorgung und Rehabilitation. Dabei hat assistives Hightech-Design viele Gesichter: von der ambulanten Überwachung von Vitalparametern mit intelligenten Textilien bis hin zu Hausgeräten, die natürliche Sprache verstehen.
Die Chancen, die sich mit dem technischen Fortschritt der letzten Jahre eröffnet haben, sind beeindruckend. Doch wer Assistenzprodukte entwickeln oder in diesem Bereich beratend tätig sein möchte, braucht nicht nur technisches Know-how, sondern sollte auch die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Anwender kennen.
"Assistive Technologien" ist ein interdisziplinärer Bachelor-Studiengang, der in seiner Art bundesweit einzigartig ist. Erworben werden profunde ingenieurwissenschaftliche Kenntnisse mit Grundlagen- und Methodenwissen aus Medizin, Gerontologie, Gesellschaftswissenschaften sowie aus Architektur und Bauwesen. Diese Kombination macht die Absolventen dieses Studienprogramms zu Experten an der Schnittstelle von Mensch und Maschine.
Der Studiengang Assistive Technologien kennt keinen Massenbetrieb in überfüllten Vorlesungssälen. Gelernt wird in einer ausgewogenen Mischung aus Seminaren, Praktika und überschaubaren Vorlesungen mit Zeit für Fragen und Übungen. Er umfasst Lehrveranstaltungen aus fünf unterschiedlichen Kompetenzbereichen:
Grundlagen
Basiswissen aus den Gebieten der Mathematik, Physik, Elektrotechnik und Informatik ist für ein modernes Ingenieurstudium unverzichtbar. Gleiches gilt für Lehrangebote, in denen berufsrelevante Fertigkeiten wie beispielsweise Technisches Englisch und moderne Vortragsstile vermittelt und eingeübt werden.
Ingenieurwissenschaft
Technisches und naturwissenschaftliches Basiswissen wird in diesem Kompetenzbereich im Hinblick auf die Erfordernisse des Studiengangs vertieft. Hinzu kommen fachspezifische Erweiterungen auf dem Gebiet der Signalverarbeitung.
Medizin/ Rehabilitation
Aus ärztlicher und pflegerischer Sicht ergeben sich eigene Konzepte und Problemstellungen zum Einsatz von assistiven Technologien. Neben medizinischen und neurophysiologischen Grundkenntnissen wird auch den verschiedenen Disziplinen, die sich mit dem alternden Menschen befassen (Geriatrie, Gerontologie und Geragogik), eine besondere Aufmerksamkeit zuteil.
Assistenzsysteme
Hier werden die Inhalte der anderen Kompetenzbereiche zusammengeführt und der Stand der heutigen Anwendungen gezeigt. Als Schwerpunktfächer kommen Psychophysik sowie die Schlüsseltechnologien Sensorik, Aktorik und Regelungstechnik hinzu. "Ambient Assisted Living" (AAL) ist ein zentrales Konzept dieses Studiengangs. Deshalb werden ausgewählte Lehrinhalte aus dem Bauingenieurwesen, der Architektur und dem Objektdesign einbezogen.
Gesellschaft/ Wirtschaft
Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für eine junge und innovative Branche von besonderem Interesse. Angeboten werden deshalb Lehreinheiten zu Gesundheitsökonomie, Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen, Wirkungsforschung und Marktanalyse. Unter dem Stichwort Technikfolgenabschätzung werden auch ethische Fragen angesprochen, die im Zusammenhang mit Assistenztechnologie zu betrachten sind.
Praktikumsveranstaltungen
Praktika sind als fester Bestandteil des Lehrkonzepts in jedem der sechs "Theorie"-Semester vorgesehen. Mit einer intensiven Betreuung durch Professoren und Lehrbeauftragte arbeiten die Studierenden in Kleingruppen zunächst an diversen Versuchsaufbauten und später an längerfristigen Projektaufgaben.
Tutorien
Auch bei der Bewältigung der theoretischen Studieninhalte wie Mathematik oder Signalverarbeitung werden die Studierenden nicht im Stich gelassen. Studierende höherer Semester helfen - wie in dem Nachbarstudiengang Hörtechnik und Audiologie - in Tutorien außerhalb des Lehrplans weiter.
Lernportal
Um den Überblick über Skripte, Kurse, Termine und Semesterprogramme zu behalten, ist ein elektronisches Lernportal eingerichtet, über das sich Studierende und Lehrende einfach und schnell austauschen können.
Lerngruppen
Freie studentische Lerngruppen finden genügend Raum für die gemeinsame Vor- und Nachbereitung. Im Gebäude des Instituts für Hörtechnik und Audiologie, in dem fast sämtliche Lehrveranstaltungen des Studiengangs durchgeführt werden, steht den Studierenden neben den Rechnerräumen ein moderne und freundliche Arbeitsräume mit Teeküche zur Verfügung.
Berufsfelder
Der Blick auf den demographischen Wandel - bereits im Jahr 2010 soll laut Statistischem Bundesamt jeder fünfte Deutsche älter als 65 Jahre alt sein - zeigt ein zukunftsorientiertes Betätigungsfeld für hochqualifizierte Hochschulabsolventen. Dies gilt umso mehr, als manche assistive Produktentwicklung auch den Sprung in das Alltagsleben der Jungen und Gesunden schaffen wird, weil sie Kommunikation und Haushaltsführung komfortabler macht.
Die vielseitige fachwissenschaftliche Ausbildung öffnet den Absolventen eine Reihe von attraktiven Arbeitsgebieten. Sie werden zu gefragten Experten in der Entwicklung und Evaluation, Beratung und Planung, aber auch im Marketing und im Vertrieb von assistiven Systemen.
In elektro- und medizintechnischen Unternehmen, Ingenieurbüros für technische Fachplanung und auch an Forschungseinrichtungen und Hochschulen sind Ingenieure an der Entwicklung neuer assistiver Technologien oder assistenzgerechter Produkte beteiligt. Sie prüfen und bewerten Produktentwicklungen in Probandenstudien und Umfragen, erforschen Markttrends und Kundenbedürfnisse.
Weitere potentielle Arbeitgeber sind Wohlfahrtsverbände, Wohnungsgesellschaften und große Klinik-und Pflegeeinrichtungen, die in den letzten Jahren verstärkt Bedarf anmeldeten. Der Aufbau und die Verwaltung von angepassten Assistenzsystemen erfordert Fachleute mit interdisziplinärer Orientierung, die in der Lage sind über Berufsgrenzen hinweg technische, medizinische, soziale und wirtschaftliche Perspektiven unter einen Hut zu bringen.
Darüber hinaus benötigen Unternehmen sowie öffentliche Einrichtungen im Bau- und Architekturwesen fachkundige Beratung und Unterstützung, um vorausschauend den Einsatz assistiver Technologien planen zu können.